Dropshipping-Steuern: Das gilt es zu beachten

Dropshipping ist eine Art des Online-Handels und ein wichtiger wachsender Teil im E-Commerce Bereich. Auf einer (meist eigenen) Website werden Produkte angeboten, die der Kunde aus der ganzen Welt erwerben kann. Der Dropshipper leitet die Bestellung nach Bezahlung durch den Kunden an seinen Lieferanten, der in der Regel im asiatischen Raum niedergelassen ist, weiter. Die Ware wird direkt vom Lieferanten an den Endkunden geliefert. Sie denken an ein aus der Umsatzsteuer bekanntes Reihengeschäft? Sie liegen richtig und aus der Sicht der Umsatzsteuer bestehen nicht zu unterschätzende Herausforderungen. Die Besonderheit beim Dropshipping: es gibt keine (teure) Lagerhaltung und Bestände. So können Dropshipper ein sehr großes Produktportfolio ohne großes Risiko anbieten. Mit einer sehr geringen Anfangsinvestition von meist wenigen tausend Euro lässt sich das Geschäft aus dem eigenem Wohnzimmer heraus realisieren. Im Internet gibt es Anbieter die Ihnen beim Start den Kontakt zu den Lieferanten ermöglichen. Im Gegensatz zu bekannten Anbietern asiatischer Produkte agieren die Dropshipper nicht wie ein digitaler Marktplatz. Wie bei jedem neuen Geschäftsmodell sollten Sie mit einem ausgearbeiteten Business Plan beginnen, denn die Auswahl der richtigen Artikel und die Planung können wirtschaftliche Fehlentscheidungen vorbeugen. Sie starten als Unternehmer? Hier sollte die Wahl der Rechtsform gut überlegt sein mit allen Folgen, insbesondere in steuerlichen Fragestellungen schont Ihnen die Vorbereitung und eine persönliche Beratung später viele Nerven. Bei der Erstellung eines Business Plans und bei der Wahl der Rechtsform begleite ich Sie mit einer persönlichen und individuellen Beratung von Beginn an. Neben den Vorteilen beim Dropshipping gibt es auch einige Nachteile. Sie werden wenig Einfluss auf die Kundenzufriedenheit haben, denn die Produkte können Sie nicht beeinflussen und die Qualität vor dem Versand an den Kunden nicht überprüfen können. Der Aufbau einer Stammkundschaft ist nur begrenzt möglich und die Zuverlässigkeit der Lieferanten ist nicht abzusehen. Wie gehen Sie mit Retouren und Gewährleistungen um? Diese und weitere Fragestellungen sollten nicht nur bedacht werden, sondern auch zwingend Bestandteil der gesamten Planung sein.

Dropshipping-Steuern

Während aktuell noch noch eine Freigrenze für die Einfuhrumsatzsteuer von 22 Euro (§ 1a EsStBV) besteht. sollte diese Freigrenze ersatzlose zum 1. Januar 2020 entfallen. Die geplante Änderung wurde auf den 1. Juli 2020 verschoben. Dafür soll ein vereinfachtes Meldeverfahren eingeführt werden. Wie genau dieses in der Praxis aussehen soll ist noch vollkommen offen. Allerdings ist dies in Verbindung mit der Ausweitung des MOSS-Verfahren auf die sogenannten Fernverkäufe eine echte Chance für das Dropshipping in der EU – sofern die Umsetzung kommt.

Was ändert sich in Kürze?

  • Der Versandhandel wird überarbeitet und umbenannt in „Fernverkauf“
  • Zwei Verfahren: EU-Regelung (One-Stop-Shop; OSS-Verfahren) und die Einfuhrregelung (Import-One-Stop-Shop)
  • Beide Verfahren sind unabhängig von einander und haben unterschiedliche Meldefristen
  • EU-Regelung (Versand an einen Endkunden in der EU aus der EU):
    • Die zurzeit noch gültigen länderspezifischen Lieferschwellen (zwischen 35.000–100.000 € je EU-Staat) werden entfallen und durch eine EU-einheitliche Geringfügigkeitsschwelle H.v. 10.000 EUR / Jahr (Nettowert ohne USt) ersetzt
    • Sobald jedoch der Schwellenwert überschritten wird, liegt der Leistungsort (mit dem die Schwelle erstmalig überschreitenden Umsatz) im Bestimmungsland. Eine Aufteilung der Umsätze nach Zielländern in der Buchhaltung wird damit unumgänglich
    • Auf die Umsätze muss die Umsatzsteuer des jeweiligen Empfängerlandes abgeführt 
    • Registrierung für das OSS-Verfahren erforderlich
    • Gilt auch für Kleinunternehmer
  • Die Einfuhrregelung (Versand an einen Endkunden in der EU aus dem Drittland):
    • Die Freigrenze in der Einfuhrumsatzsteuer von 22 Euro wird ersatzlos gestrichen;
    • Eine Registrierungspflicht im Empfängerland kann bei Sendungen an Privatpersonen entfallen, wenn das besondere Besteuerungsverfahren in Anspruch genommen wird (sog. One-Stop-Shop-Verfahren); Vereinfachungsregelungen gelten für Warenlieferungen aus dem Drittland von bis zu 150 Euro
    • Lieferung im Bestimmungsland steuerbar und grds. steuerpflichtig; dann allerdings Steuerbefreiung der Einfuhr § 5 Abs. 1 Nr. 7 UStG
    • Anmeldung & Nutzung des besonderen Besteuerungsverfahrens
    • IOSS Meldung
  • Somit kann es zu drei Umsatzsteuermeldungen kommen
    • Die (bekannte) Umsatzsteuervoranmeldung
    • Die Umsatzsteuererklärung für das OSS-Verfahren
    • Die Umsatzsteuererklärung für das IOSS-Verfahren
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